Längenkontraktion
So gehst du vor
- 1Stelle das Tempo ein und sieh dir den Film an. Mit dem Schieber kannst du von Hand spulen.
- 2Oben ist die Stange verkürzt, unten die Scheune. Halte oben an, wenn beide Tore zu sind.
- 3Spule langsam und beobachte unten, wann welches Tor zu ist.
- 4Vergleiche die Zeiten in der Tabelle mit dem Film und löse das Paradoxon.
Tempo β = v : c
0,8 (γ = 1,667)Ruhelänge s0 der Scheune
8,0 mFilm
Für die Scheune passt die Stange ab β = 0,6. Die Tore sind dort gleichzeitig für 6,7 ns zu, solange die Stange innen ist. Die Tore schalten hier ohne Verzögerung, das ist ein Gedankenversuch.
Alle Ereignisse in beiden Systemen
| Ereignis | x in m | t in ns | x′ in m | t′ in ns |
|---|---|---|---|---|
| Tor 1 schließt | −4,00 | −3,3 | −5,33 | 12,2 |
| Tor 2 schließt | 4,00 | −3,3 | 8,00 | −23,3 |
| Tor 1 öffnet | −4,00 | 3,3 | −8,00 | 23,3 |
| Tor 2 öffnet | 4,00 | 3,3 | 5,33 | −12,2 |
| Ende der Stange passiert Tor 1 | −4,00 | −4,2 | −5,00 | 10,8 |
| Spitze der Stange erreicht Tor 2 | 4,00 | 4,2 | 5,00 | −10,8 |
x und t gelten im System der Scheune, x′ und t′ im System der Stange. Beide Mitten treffen sich bei t = t′ = 0.
Warum bewegte Längen kürzer sind
Die Länge eines bewegten Körpers misst man, indem man seine beiden Enden gleichzeitig markiert. Einfacher geht es mit einer Uhr am Tor der Scheune: Die Stange fliegt mit v vorbei, und die Uhr stoppt die Zeit t0 von der Spitze bis zum Ende. Beide Ereignisse geschehen am selben Ort, also ist das die Eigenzeit, und für die Scheune gilt l = v · t0.
Für die Stange fliegt die Uhr an ihr entlang und braucht t = l0 : v. Da t = γ · t0 ist, folgt l = v · tγ = l0γ. Quer zur Bewegung ändert sich nichts. Längenkontraktion und Zeitdilatation sind zwei Seiten derselben Sache.
Aufträge
- Berechne für β = 0,8 die Länge der Stange für die Scheune und die Länge der Scheune für die Stange (s0 = 8 m). Prüfe mit den Anzeigen.
- Ab welchem Tempo passt die Stange für die Scheune hinein, wenn s0 = 8 m ist? Und bei s0 = 6 m?
- Bringe die sechs Ereignisse der Tabelle bei β = 0,8 für beide Systeme in die zeitliche Reihenfolge. Was ändert sich?
- Für die Stange schließt Tor 1 um Δt′ = γ · β · s0 : c später als Tor 2. Wie weit fliegt die Scheune in dieser Zeit? Zeige damit, dass die Stange durchkommt, obwohl die Scheune für sie nur 4,8 m lang ist.
- Was wäre, wenn Tor 2 geschlossen bliebe und aus massivem Stahl wäre? Überlege für beide Sichten, wo die Stange am Ende liegt.
Alle Beobachter sind sich über alles einig, was an einem Ort geschieht: Trifft die Stange ein Tor oder nicht? Uneinig sind sie nur über die Zeitabstände zwischen verschiedenen Orten. Darum ist das Paradoxon keines.